HomeOffice und Arbeitsunfall - hier können Versicherungslücken entstehen


Ein Großteil der Arbeitnehmer hat sich seinen Arbeitsplatz derzeit zu Hause zwischen dem Spielzeug und der Hausaufgabenliste der Kinder eingerichtet. Doch was passiert eigentlich bei Unfällen im Home Office?

Im Betrieb gelten bspw. Unfälle beim Gang zur Kantine oder zur Kaffeeküche als „normale“ Arbeitsunfälle. Verletzt man sich im Büro oder auf dem Weg dorthin, besteht üblicherweise  Versicherungsschutz über die gesetzliche Unfallversicherung. Träger sind hier die gewerblichen Berufsgenossenschaften.

Bei ähnlichen Sachverhalten im Home-Office ist diese Situation nicht immer so klar.

Der Gang zur Küche wird hier nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts dem privaten Lebensbereich zugeordnet und fällt somit nicht unter den gesetzlichen Versicherungsschutz. Dasselbe gilt für Wegeunfälle. So ist es zulässig, seine Kinder auf dem Weg zur Arbeit in den Kindergarten oder zur Schule zu bringen. Diese Abweichung vom üblichen (direkten) Weg steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Ist man dagegen im Homeoffice tätig und bringt seiner Kinder zur Schule, so handelt es sich hier um keinen Wegeunfall mehr, da hier kein Weg zur Arbeitsstätte zurückgelegt wird. Der Versicherungsschutz im Home-Office ist also nicht 1:1  mit dem Versicherungsschutz in der Arbeitsstätte gleichgestellt.

Daher kann es hier schnell zu Versicherungslücken kommen - private Unfallversicherungen beispielsweise schließen sie genau so schnell.

 

Grundsätzlich besteht aber andererseits gesetzlicher Unfallschutz auch für Mitarbeiter im Home Office. Und kann auch für Arbeitgeber versicherungsrechtliche Herausforderungen bereithalten. Fällt einem Mitarbeiter zu Hause beispielsweise sein Laptop vom Schreibtisch auf den Fuß, umfasst der gesetzliche Unfallschutz diesen Personenschaden. Allerdings behalten sich hier die Berufsgenossenschaften den Regress gegen den Arbeitgeber vor. So kann beispielsweise überprüft werden, ob dieser seine Pflichten zur Arbeitssicherheit verletzt hat. Dieser Regress ist üblicherweise über eine bestehende Betriebs- Haftpflichtversicherung abgedeckt. Bei neuen Verträgen („Bedingungen“) besteht üblicherweise Versicherungsschutz für sämtliche Betriebsstätten eines Unternehmens innerhalb Deutschlands, inklusive Homeoffice. In älteren Bedingungswerken finden sich allerdings noch Regelungen, in welchen Versicherungsschutz nur für bestimmte Standorte besteht. Dies sollte unbedingt geprüft werden.

Die Spezialisten der UFB:UMU beraten Sie diesbezüglich gerne. Rufen Sie uns einfach an.

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